Neue Radverkehrsanlagen entlang der Verbindungsbahn

Entlang des Straßenzugs An der Verbindungsbahn, Bundesstraße, Edmund-Siemers-Allee und Theodor-Heuss-Platz – oder anders gesagt entlang der Verbindungsbahn zwischen Rentzelstraße und dem Dammtor-Bahnhof – sollen endlich durchgängig eigenständige Radverkehrsanlagen geschaffen werden. Das Projekt wurde im Abendblatt und bei hamburgize.com bereits Anfang des Jahres thematisiert. Dort gibt es für den Abschnitt entlang der Edmund-Siemers-Allee eine schöne Zusammenfassung der heutigen, völlig unzureichenden Situation. Radverkehr in Richtung Innenstadt muss dort u.a. die Seite wechseln, da ein Befahren des Abschnitts nicht erlaubt ist.

Die Planung wurde bereits am 29.09.2014 im Kerngebietsausschuss des Bezirks Eimsbüttel vorgestellt. Sie ist in zwei Abschnitte unterteilt:

  • Abschnitt 1: Von der Karolinenstraße bis zur Grindelallee
  • Abschnitt 2: Von der Grindelallee bis zum Theodor-Heuss-Platz

Einige Ausschnitte der Präsentation der LSBG werden hier wiedergegeben:

Radverkehrsanlagen im Bestand, Quelle: Sitzung des Kerngebietsausschusses vom 29.09.2014

Die Planung der LSBG ist in den folgenden Ausschnitten gezeigt:

Lagepläne, Quelle: Sitzung des Kerngebietsausschusses vom 29.09.2014

Im ersten Abschnitt wird der Radverkehr überwiegend auf Radfahrstreifen geführt. Lediglich der stadtauswärts fahrende Radverkehr zwischen Rentzelstraße und Durchschnitt wird auf einem Radweg geführt. Die Breiten der Radfahrstreifen liegen zwischen der Mindesbreite von 1,85 m und 2,50 m (inklusive Breitstrich von 25 cm). Der Radweg wird mit der Mindestbreite von 1,60 m ausgeführt. Der Knotenpunkt mit der Bundesstraße wird im Vergleich zu heute etwas kompakter ausgeführt. Das kommt vor allem querenden Fußgängern zu Gute und durch die kleineren Radien verringert sich die Abbiegegeschwindigkeit. Der freie Rechtsabbieger entfällt, was aus Verkehrssicherheitsgründen zu begrüßen ist. Positiv hervorzuheben ist der Bypass für stadteinwärts Radfahrer am Knotenpunkt Grindelallee auf der Südseite. Schade, dass diese Lösung nicht auch am Knotenpunkt Bundesstraße umgesetzt wurde. Ich vermute, dass die Breite des Radfahrstreifens dort dagegen gesprochen hat. Prinzipiell bin ich der Meinung, dass Radfahrende untereinander keiner Lichtsignalregelung benötigen.

Im zweiten Abschnitt wird der Radverkehr stadteinwärts auf einem Radweg geführt, was angesichts der enormen Verkehrsbelastung durch Kfz und Schwerverkehr aus meiner Sicht auch ratsam ist. Durch die leichte bauliche Trennung und einen etwas breiteren Sicherheitsabstand steigt das subjektive Sicherheitsgefühl der meisten Radfahrer, was hoffentlich mehr Menschen aufs Rad bringt. Die Breite des Radwegs variiert aufgrund der Baumscheiben und liegt zwischen 1,60 m und 2,30 m (die Werte sind zugegebenermaßen in den Plänen nur schwer zu lesen und daher geschätzt). Kurz vorm Bahnhof Dammtor werden die Radfahrer wieder auf einen Radfahrstreifen abgeleitet. Angesichts der Ampeldichte in dem Bereich hoffe ich, dass die Ampelschaltung auch auf Radfahrer abgestimmt ist. Ansonsten gibt es dort viele rote Ampeln für Radfahrer, da sie auf dem Radfahrstreifen nicht wie auf einem Radweg hinter den wartenden Fußgängern ohne Ampel vorbeigeführt werden.

Die Schrägparkplätze vor dem Bahnhof werden in Längsparkstände umgewandelt, was zu begrüßen ist angesichts der unübersichtlichen Situation dort. Auf der Nordseite verbleibt ab der Rothenbaumchaussee der Zweirichtungsradweg Richtung Alster. Ich finde, eine gute Entscheidung. Leider wird laut Plan die einzige Möglichkeit stadteinwärts auf diesen zu wechseln mit der Furt westlich Rothenbaumchaussee sein. Würde man die Zweirichtungsfurt westlich Dammtordamm erhalten (was laut Lageplan nicht geplant ist), gäbe es je nach Ampelschaltung die Möglichkeit zügiger bzw. mit einer Rotphase weniger die Seite zu wechseln. Aus demselben Grund sollte der Zweirichtungsradweg bis zur Fußgänger- und Radfahrerampel über die Edmund-Siemers-Allee (bei dem Dammtorbahnhofstunnel) verlängert werden. Dort ist eine weitere Möglichkeit geplant von der Süd- auf die Nordseite zu wechseln, allerdings sieht es nicht so aus, dass man von dort linksseitig Richtung Rothenbaumchaussee fahren darf, ab wo der Zweirichtungsradweg dann offiziell wieder beginnen soll.

Durch die Anlage von Radfahrstreifen entfällt am Dammtordamm erneut eine freie Rechtsabbiegemöglichkeit für Radfahrer (Theodor-Heuss-Platz -> Dammtordamm), was zusätzliche Stopps und Wartezeit bedeuten.

Stadtauswärts wird im Abschnitt 2 der bestehende Zweirichtungsradweg in einen Einrichtungsradweg umgewandelt, mit einem neuen Belag versehen (ganz dringend nötig!) und den Hamburg-typischen weißen Trenn-/Taststreifen ausgerüstet.

Nachteilig ist die Planung vor allem für Fußgänger, die z. T. auf 1,50 m breiten Fußwegen gehen müssen. Das entspricht nicht mal der Mindestbreite von 2,50 m nach den Empfehlungen für Fußgängerverkehrsanlagen (EFA 2002), die ein ungehindertes Begegnen zweier Fußgänger vorsieht. Diese geringe Breite ist unzureichend, zumal auf der Bahndamm-Seite der Gehweg größtenteils ersatzlos entfällt. Das Zufußgehen wird dadurch nicht gerade gefördert. Aufgrund mangelnder eigener Erfahrung in diesem Bereich kann ich allerdings nicht beurteilen, wie wichtig diese Verbindung für Fußgänger ist.

Gehwegbreite mit Raumbedarf für zwei Fußgänger, Quelle

gehwegbreite_SRL

Im gesamten Plangebiet werden an mehreren Stellen Fahrradstellplätze vorgesehen. Ob diese ausreichend Kapazität bieten, bleibt abzuwarten. In der Grindelallee findet man jedenfalls trotz des Umbaus im letzten Jahr im Bereich des Edeka-Supermarkts meist keine freien Plätze mehr an Fahrradbügeln.

Laut einer Antwort des Senats soll die Maßnahme ab Mitte Juli umgesetzt werden.

Präsentation im Kerngebietsausschuss am 29.09.2014

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s