Pläne für Max-Brauer-Allee vorgestellt

Gerade eben wurden die Pläne für den Umbau der Max-Brauer-Allee vorgestellt. In der gut besuchten Aula der Louise-Schröder-Schule wurden die Maßnahmen des Luftreinhalteplans, die Untersuchungen zu Tempo 30/40/50 und der aktuelle Planungsstand für den Umbau erläutert. Die Planung ist laut den Vortragenden insofern mit den Trägern öffentlicher Belange abgestimmt, dass keine grundlegenden Änderungen mehr zu erwarten sind. 2019 soll der Bau beginnen.

Anlass für die Planung ist primär die Busbeschleunigung, aber auch Verbesserungen für den Radverkehr. Der allgemein schlechte Straßenzustand und völlig unattraktive Straßenquerschnitte dürften ihr übriges beigetragen haben.

Vorgesehen sind durchgängige Radverkehrsanlagen, überwiegend auf Radfahrstreifen (Breite 1,85 m bis 2,25 m inklusive Breitstrich), aber auch auf überbreiten Busspuren (4,75 m breit), wo sich Radfahrer und Busse den Raum teilen. Auch an Bushaltestellen müssen Radfahrer und Busse sich im Plangebiet den Raum teilen. Wo möglich, werden Gehwege verbreitert.

Wichtig war den Planern der Erhalt der prägenden Baumallee. Daher wird die Mittelinsel im nordwestlichen Bereich nicht angefasst. Dennoch entfallen etwa 31 Bäume, die durch 34 Neupflanzungen vor Ort ersetzt werden.

Kritik aus dem Publikum gab es an den Maßnahmen des Luftreinhalteplans, die den meisten Besuchern anscheinend nicht weit genug gehen, und Tempo 30, das die Mehrheit der Besucher aus meiner Sicht befürworteten. Das wurde vom Vertreter der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) Martin Huber allerdings mit Verweis auf die Bedeutung der Straße für die Busse (ÖPNV) abgelehnt. Auf die Frage, warum nicht stärkere Einschränkungen für den motorisierten Verkehr untersucht wurden, verwies er auf Veranstaltungen in Hamburg, wo er von der Gegenseite gedrängt wird, mehr für den Autoverkehr bzw. weniger für den Radverkehr zu machen. Bei vielen Leuten bzw. Autofahrern drängt sich anscheinend der Eindruck auf, dass der Radverkehr bevorteilt würde. Das macht sich z. B. bei den häufigen Diskussionen über Stellplätze bemerkbar. Einige Autofahrer sehen dann nicht ein, dass so viele Stellplätze für Radwege oder Radfahrstreifen entfallen sollen, berücksichtigen dabei aber überhaupt nicht, dass es vorher völlig ungenügende oder gar keine Radverkehrsanlagen gab.

Uneinigkeit herrscht selbst zwischen Radfahrern über die richtige Führungsform. Einige Anwesende (Radfahrer) beschwerten sich, dass der Radfahrstreifen nicht immer links von den Rechtsabbiegern geführt wird (in Fällen, wo es einen Rechtsabbiegestreifen gibt). Obwohl ich die Beweggründe der LSBG dafür auch nicht genau verstanden habe bzw. kenne, scheint mir die vorgezogene Separation auch nicht das Allheilmittel zu sein. Zum einen gibt es auch kombinierte Geradeaus- und Rechtsabbiegestreifen, d. h. auch für solche Varianten muss es möglich sein den Radfahrstreifen rechts davon zu führen. Zum anderen werden bei der vorgezogenen Separation die Radfahrstreifen häufig schnell und lang geschnitten. Z. T. beschleunigen Autofahrer noch, um relativ knapp vor einem Radfahrer noch auf den Rechtsabbiegestreifen zu kommen. Insgesamt ist der mögliche Konfliktbereich deutlich größer, als beim Abbiegen selber, wo in der Regel nur ein Konfliktpunkt auftritt und die Geschwindigkeit deutlich geringer ist. Für rechtsabbiegende Radfahrer ergibt sich außerdem der Nachteil, dass sie sich in die Autoschlange einreihen müssen, was aus meiner Sicht nicht attraktiv ist. Ein Optimum sehe ich in allen bisher in Hamburg umgesetzten Planungsvarianten aber noch nicht.

An der Kreuzung Holstenstraße/Max-Brauer-Allee sorgte dementsprechend auch eine sehr lange Rechtsabbiegespur bzw. eine sehr lange Radfahrerfurt zwischen Geradeausstreifen und Rechtsabbiegestreifen für Meinungsverschiedenheiten. Während Planer und einige Anwesende der Meinung waren, dies sei die beste Lösung, fanden andere, dass der Bereich, wo Autos den Streifen kreuzen viel zu groß sei und dass die Geschwindigkeiten aufgrund des großen Abstands zur Ampel viel zu hoch seien. Radfahrer würden sich dort dann nicht sicher fühlen und viele Radfahrer würden den Bereich dann meiden.

Insgesamt scheint mir die Planung recht gut gemacht. Fast alle Wegebeziehungen wurden bedacht. Sie stellt eine große Verbesserung dar, was angesichts des heutigen Zustands allerdings auch nicht weiter verwunderlich ist.

Zu guter Letzt gibt es noch ein paar Fotos der ausgelegten Pläne. Die Fotos sind unvollständig. Die Planung soll bald veröffentlicht werden.

Update 11.05.2017: Mittlerweile wurden die Lagepläne von der LSBG veröffentlicht. 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s