Planung für Eppendorfer Baum von Klosterstern bis Hegestraße

Auf dem Blog hamburgize wurde kürzlich berichtet, dass der „Fakeradweg“ an der U-Bahn-Station Eppendorfer Baum beseitigt wurde und Radfahrer nun auf die Fahrbahn geleitet werden. Dort wurde auch erwähnt, dass demnächst die Kreuzung des Eppendorfer Baums mit der Hegestraße im Zuge der Veloroute 13 umgebaut wird. Das habe ich mal zum Anlass genommen, die Planung für den Eppendorfer Baum in diesem Abschnitt zu recherchieren.

Die Planung für den Eppendorfer Baum zwischen Klostertern und Hochallee sieht im Wesentlichen Schutzstreifen auf der Fahrbahn mit einer Breite von ca. 1,60 m vor. Die Fahrbahn zwischen den Schutzstreifen erhält eine Breite von 5,50 m ohne Mittelmarkierung. Zu den (leider) geplanten Schrägparkplätzen (leider wegen der schlechten Sicht der Autofahrer beim Ausparken auf den (Rad)verkehr) wird ein Sicherheitsstreifen von 1,00 m Breite eingerichtet.

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Regelquerschnitt des Eppendorfer Baums zwischen Klosterstern und Hochallee, Quelle

Die Parkplätze werden aber immerhin neu geordnet und optisch dem Gehweg zugeschlagen und nicht der Fahrbahn (s. Titelbild).  Im östlichen Bereich sind außerdem zwei Ladezonen, zwei Bushaltestellen (inkl. zwei Überliegerplätze) und eine StadtRad-Station geplant. Gut 200 Fahrradstellplätze sind im diesem Bereich ebenfalls geplant.

Der Knotenpunkt Eppendorfer Baum / Hochallee / Isestraße erhält Radfurten in den wichtigsten Verbindungen. Die zum Teil umwegigen Radwegführungen entfallen zukünftig. Für die Einrichtung der Radverkehrsanlagen entfällt eine Fahrspur für den MIV Richtung Norden. Trotzdem muss die Fahrbahn des Knotenpunkts noch leicht aufgeweitet werden, um die Fahrbahnführung des Radverkehrs zu ermöglichen. Ein Trend, der häufiger bei Umbauprojekten in Hamburg zu beobachten ist, da hier fast immer auf Fahrbahnführungen des Radverkehrs gesetzt werden. Dadurch benötigt die Fahrbahn z. T. mehr Platz und drängt die Bordlinie weiter an den Rand. Schöner wäre aus meiner Sicht eine Gestaltung, die die Kreuzungen generell kompakter und die Fahrbahnfläche geringer werden lässt.

Eine explizite (sicher geführte) Möglichkeit für Radfahrer in die Isestraße einzubiegen ist anscheinend nicht vorgesehen.

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Knotenpunkt Eppendorfer Baum / Hochallee / Isestraße, Quelle

Bis zum Kreuzungspunkt mit der Veloroute 13 an der Hegestraße wird der Radverkehr erst weiter auf Schutzstreifen (1,60 m), dann kurz auf Radfahrstreifen geführt (1,50 m plus 0,25 m Breitstrich). Durch den Entfall der Fahrspur wird außer im Bereich der Bushaltstelle keine weitere Fläche der Nebenanlagen benötigt. Den Fußgängern kommt der Entfall der schmalen bisherigen Radwege zu Gute, die wie bei hamburgize berichtet, zu vielen Konflikten geführt haben.

Die Radfahrer im Verlauf der Veloroute 13 erhalten an den Einmündungen aufgeweitete Radaufstellflächen (in der Fachsprache auch ARAS abgekürzt) mit Vorbeifahrstreifen, damit sie sich vor den wartenden Kfz aufstellen können und in deren Sichtbereich sind. So ist außerdem ein einfacheres Linksabbiegen für Radler möglich.

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Knotenpunkt Eppendorfer Baum / Hegestraße, Quelle

Zu guter letzt bleibt zu hoffen, dass der Umbau des Eppendorfer Baums demnächst auch bis zur Eppendorfer Landstraße fortgesetzt wird. Die Kreuzung dort zertrennt die anliegenden Gebiete massiv, ist meiner Meinung völlig überdimensioniert und ist für Radfahrer wie Fußgänger eine große Barriere. In eigentlich allen Knotenpunktarmen gibt es keine oder unzureichende Radverkehrsanlagen.

An solchen Knotenpunkten entscheidet sich, wie ernst Hamburg es mit dem Titel „Fahrradstadt“ meint und ob es mutig genug ist, eine attraktive auf Menschen (nicht primär Autos) ausgerichtete Stadt zu planen und zu gestalten.

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Knotepunkt Eppendorfer Baum / Eppendorfer Landstraße / Lehmweg, Quelle: Google Earth

Den Umbau des Klostersterns stelle ich in diesem Beitrag nicht vor. Lagepläne dazu findet ihr aber hier.

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