Alster Fahrradachsen – 2. Abschnitt: Nord- und Ostufer

Bei den Alster Fahrradachsen arbeitet sich die Verwaltung langsam vorwärts. Nach der Pilotstrecke und dem 1. Abschnitt wird jetzt der zweite Abschnitt von der LSBG geplant. Er umfasst die Straßen Krugkoppel, Fernsicht, Bellevue, Sierichstraße, Herbert-Weichmann-Straße, Fährhausstraße, Schöne Aussicht und Schwanenwik und damit das Nord- und Ostufer bis zum Mundsburger Kanal.

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Abschnittsbildung der Alster Fahrradachsen, Quelle

Der Anschluss des Harvestehuder Wegs soll vorzugsweise über einen Kreisverkehr erfolgen. Vorteile gegenüber einer Ampelkreuzung sind laut LSBG die klarere Linienführung, die bessere Gestaltung des Straßenraums, ein zusätzlicher Fußgängerüberweg, die Führung des Radverkehrs auf der Fahrbahn und die leichte Begreifbarkeit für alle Verkehrsteilnehmer. Dem gegenüber steht der Nachteil, dass die Route um die Alster, die in diesem Abschnitt gleichzeitig auch noch die Veloroute 4 ist, keine Vorfahrt erhält.

Kreisverkehr
Kreisverkehr am Knotenpunkt von Harvestehuder Weg und Krugkoppel, Vorzugsvariante, Quelle

Im weiteren Verlauf sollen Krugkoppel und Fernsicht in der Vorzugsvariante Radfahrstreifen mit einer Breite von 2,25 Meter erhalten.  Diese Breite stellt anscheinend das neue Hamburger Regelmaß dar, da es bereits bei mehreren Planungen vermehrt zum Einsatz kommt (u. a. Max-Brauer-Allee). Aus meiner Sicht wäre das sehr zu begrüßen, da laut ERA 2010 das Regelmaß für einen Einrichtungsradweg 2 Meter beträgt. Wieso sollte der Platzbedarf auf der Fahrbahn anders bemessen werden als in der Nebenanlage? Alternativ stand ein Ausbau des Zweirichtungsradwegs zur Debatte.

Der Anschluss der neuen Fahrradstraße Leinpfad (Veloroute 4) erfolgt stadteinwärts über einfaches Rechtsabbiegen auf den Radfahrstreifen. Stadtauswärts wird ein geschützter Bereich in Straßenmitte geschaffen, damit das Linkssabbiegen einfacher wird. Wer nicht im bzw. zwischen dem fließenden (Auto)Verkehr linksabbiegen möchte, findet im jetzigen Planungsstand allerdings keine Fahrradbox am rechten Fahrbahnrand vor, um ein indirektes Linksabbiegen zu ermöglichen.

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Anschluss Leinpfad (Veloroute 4), Vorzugsvariante, Quelle

Die Bellevue wird zur Fahrradstraße ausgebaut. Radfahrer können also zukünftig auf der Fahrbahn in beiden Richtungen fahren. Radfahrer, die gegen den Uhrzeigersinn um die Alster fahren, müssen heute noch auf den viel zu schmalen und sehr unebenen Zweirichtungsradweg in der Nebenanlage ausweichen. Damit die Fahrbahn für die Fahrradstraße breit genug wird, werden die Parkstände wasserseitig zwischen die Bäume verschoben.

Für die Brücke Sierichstraße ist noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Zur Auswahl stehen beidseitig Radfahrstreifen oder ein Zweirichtungsradweg in der westlichen Nebenanlage. Die Radfahrstreifen hätten den Nachteil, dass für ein relativ kurzes Stück zwei Mal die Straßenseite gewechselt werden müsste, inklusive Wartezeit an den Ampeln. Der Zweirichtungsradweg endet an den Knotenpunkten hingegen in gemeinsamen Bereichen für Fußgänger und Radfahrer, was aus meiner Sicht unglücklich ist. Hier müssen die Planer meiner Meinung nach nochmal nachbessern und eine attraktive Lösung für Fußgänger und Radfahrer finden.

Im weiteren Verlauf wird die Schöne Aussicht ebenfalls zur Fahrradstraße. Vorzugsvariante ist das Anlegen von baulichen Parkbuchten auf der Landseite. Wasserseitig sollen wie heute keine Parkplätze angelegt werden, um den Blick auf die Alster frei zu lassen.

Der Anschluss der zukünftigen Fahrradstraße Schöne Aussicht an die Straße Schwanenwik ist noch unklar. Zur Auswahl stehen eine Variante mit beidseitigen Radfahrstreifen und eine Variante mit Zweirichtungsradweg. Die Variante mit Zweirichtungsradweg wäre ein Ausbau der heutigen Situation mit deutlich breiterem Radweg. Aus meiner Sicht wäre hier aufgrund der Verkehrsbelastung des Schwanenwik die Variante Zweirichtungsradweg zu bevorzugen, um die Straße nicht zwei Mal queren zu müssen, wenn man entlang der Alster radeln will. Die Planung dieses Bereichs ist abhängig von der Planung für den 3. Abschnitt bzw. dem Projekt Hohenfelder Bucht.

Insgesamt handelt es sich um eine ausgewogene Planung mit noch ein paar Mängeln an kritischen Punkten. Ich hoffe, dass hier letztendlich eine durchgehend attraktive Planung für diese wichtigen Alltags- und Freizeitrouten vorgelegt wird. Der Erfolg der Fahrradstraßen wird maßgeblich vom parkenden Verkehr abhängen. Wird dieser nicht regelmäßig kontrolliert, ist ein häufiges Zuparken der Fahrradstraßen zu befürchten. Außerdem sollte darauf hingewirkt werden, dass die Verkehrsbelastung durch Kfz auf den Fahrradstraßen gering ist.

Die gesamte Präsentation zur Vorplanung findet ihr hier.

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